Zu mir

 

Bevor mein erstes Pferd zu mir kam, bin ich in einigen Reitschulen geritten und hatte private Reitbeteiligungen. Zu der Zeit bin ich nach der allgemein bekannten "Englischen Schule" geritten.

 

Ich konnte mich nie mit dieser Reitweise identifizieren, sprich: meine Zügel waren der Reitlehrerin immer zu lang und das Pferd ist nicht „vernünftig“ gelaufen, vernünftig hieß in diesem Kontext: vorne nicht eng genug und zu wenig gestrampelt.

Leider gab es damals, und gibt es bis heute viel zu wenige, keine mir bekannte Reitschule in der man ein pferdefreundlicheres bzw. -bedachteres Reiten erlernen konnte. 

 

Mit dem Kauf des ersten Pferdes und dessen anstehender Ausbildung musste ich mich auf die Suche nach neuen Wegen machen, mit dem Ziel mein Pferd möglichst schonend und freundlich auszubilden. 

 

Dabei bin ich über die barocke Reitkunst gestolpert. Über die mittlerweile 5 Jahre des Trainer-Seins, in denen man viel sieht, erlebt und besonders für sich feststellt, bin ich zu der Erkenntnis gekommen, dass sogar der Begriff der barocken Reitkunst seinen Glanz durch falsch praktizierende Menschen und die Verknüpfung dieser Bilder mit der Begrifflichkeit "Barocke Reitkunst" zu negativ oder viel mehr, voreingenommenen Assoziationen führen kann. 

Daher habe ich mir auf Messen oder größeren Veranstaltungen abgewöhnt, diese Begrifflichkeit zur Beschreibung meiner Reitrichtung zu verwenden. 

 

Was mich so sehr an der eigentlichen "Reitkunst" begeistert ist, dass sich die Begründer dieser Kunst aufgrund der Existenz von Akademien Zeit nahmen, sich intensivst mit der Entwicklung einer gesunden, sinnvoll aufgebauten Reitweise zu befassen und diese bis ins kleinste Detail zu entwickeln. 

Mittlerweile bezeichne ich meinen Arbeitsstil als das Arbeiten nach den Grundsätzen der alten Reitmeister, wie bspw. Frederico Grisone. Ich kann mich mit dieser Reitweise absolut identifizieren und merke die positive Wirkung auf meine Pferde und deren reiterliche Ausbildung, weshalb ich mich auch dazu entschlossen habe, Pferde mit dieser Idee auszubilden. Doch letztendlich bringe ich auch meine eigenen Ideen und Abwandlungen mit in das Training der Pferde und entwickle meinen eigenen Stil, immer unter der Berücksichtigung dieses tollen Systems. Schließlich reiten wir alle auf unseren Pferden und nicht eine Reitweise :-) 

Mehr dazu könnt ihr unter dem Punkt Trainingsphilosophie lesen.

 

Um mehr über meinen reiterlichen Werdegang zu erfahren, schaut auf der Seite Reiterliche Ausbildung vorbei. 

 

Im Folgenden findet Ihr noch mehr zu meinen Pferden & deren Weg zu mir. Viel Spaß beim Lesen!!

Zu meiner Bella

Bella, eigentlich Benvenuta, gehört seit dem 27.12.2016 zu mir und ist eine Lipizzanerstute.

 

Mein Traum war immer ein Pferd, welches wirklich für die Reitkunst gezüchtet wurde und was eignet sich da besser als ein Lipizzaner. Eigentlich mag ich gar keine Stuten, weshalb ich mir immer geschworen habe niemals eine zu kaufen. Manchmal passiert sowas schneller als man denkt... Doch als ich das erste Mal Kontakt zu ihr hatte, war da sofort eine Verbindung zwischen uns. Da war die Entscheidung im Prinzip schon gefallen, nach ein Mal anschauen schon ziemlich verrückt, wie ich fand.

 

Wir haben etwas lockere Horsemanshiparbeit zum gegenseitigen Kennenlernen und Verstehen praktiziert. Danach lag dann schließlich der Sattel auf ihrem Rücken und wir haben uns ganz in Ruhe an das Reiten herangetastet. 

 

Sie ist ein talentiertes Pferd und bringt großes Verständnis für die Reitkunst mit. 

Hoch sensibel und super aufmerksam, verinnerlicht sie neu gelernte Inhalte sofort. Etwas, was ich besonders an ihr schätze ist, dass man sie sehr leicht hochfahren kann, sie jedoch in der nächsten Sekunde schon wieder total relaxed sein kann. Für mich persönlich einer der tollsten Eigenschaften, die ein Pferd haben kann. 

Mittlerweile kennen wir uns schon 3 1/2 Jahre, mit unseren jeweiligen Stärken und Schwächen. Es gibt ein Sprichwort, dass Genie und Wahnsinn ganz dicht beieinander liegen, und das trifft definitiv auf Bella zu. Eine vielseitige Ausbildung steht für mich daher an erster Stelle und daher verbringen wir auch viel Zeit im Gelände, damit sie lernt relaxter mit unterschiedlichen Situationen umzugehen. Früher ist sie schnell sehr nervös geworden, was in den letzten zwei Jahren deutlich besser wurde. Dabei hat sie jedoch noch nie die Anstalten gemacht durchzugehen oder kopflos zu werden, sie bleibt in jeder schrecklichen Situation bei mir und kontrollierbar. Das liebe ich an ihr! 

Wir wissen, dass wir uns aufeinander verlassen können und sie spiegelt mich jeden Tag aufs Neue bis ins kleinste Detail, sodass ich die bessere Form von mir selbst werden kann. 

Sie ist mein großer Lehrmeister auf dem Weg in die Hohe Schule! 

Zu meinem Amador

Ich habe auf der Suche nach einem passenden Spruch für mein drittes Pferd, nicht den gefunden, der mir die ganze Zeit in dem Kopf herum schwirrt. Dafür bin ich aber über einen anderen, sehr passenden Spruch gestolpert: 

 

Du triffst auf kein Pferd zufällig.

Entweder ist es für dich eine Aufgabe, eine Chance oder die ganz grosse Liebe.

Nicht selten treffen auf ein Pferd auch alle drei Punkte zu. Und das ist ein echtes Geschenk!

 

Als ich den Spruch laß, der Autor leider unbekannt, dachte ich: JA! Zu 100%... 

Amador ist die Aufgabe für mich, und gleichzeitig bin ich seine Chance. Mit diversen Vorbesitzern, wie der Pass mir verraten hat, ist dieses Pferd absolut durch den Wind, um es nett zu formulieren, zu mir gekommen...  

 

Ich habe ihn beim Anschauen einmal freilaufen sehen und in der Ecke der Box verkrochen. Letzteres tat er nicht, als ich an das offene Boxenfenster herangetreten bin. Im Gegenteil, das sonst so verschreckte Pferd kam zu mir und hat mich im Gesicht beschnuppert. JA TOLL! dachte ich mir. Wie soll ich dich jetzt hier lassen...

 

Die Konsequenz aus der Sache: Seit Februar 2018 besitze ich Amador.

Bereue ich diese Kaufentscheidung? DEFINITIV NEIN! Wir durften uns nun kennenlernen und für das, was er wahrscheinlich erlebt haben muss, ist er immer noch sehr aufgeschlossen dem Menschen gegenüber. Diese Eigenschaft ist wirklich wirklich bewundernswert und genau das, macht ihn so besonders für mich. Am Anfang unserer Zeit konnte ich ihn nicht einmal vernünftig auf dem Paddock einfangen und aufhalftern, weil er einfach Angst hatte. 

 

Mittlerweile wird er tatsächlich sogar mal frech und man hat das Gefühl, dieses Pferd bekommt wieder einen eigenen Willen und einen Charakter! 

Er ist eine Aufgabe für mich, weil ich dem im Bezug auf Menschen verunsicherten Amador klar machen muss, dass er nicht verhauen wird, sobald er sich vor etwas erschreckt, das ein Reitplatz keinerlei Stress in ihm auslösen muss und das Reiten, das harmloseste auf der Welt ist! 

Wir haben sicherlich noch einen langen Weg vor uns, aber danach werden wir ein super Team sein!